|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
   |
|
|
|
|
|
|
|
Angeregt durch ein Konzert der korsischen Gruppe I
Muvrini" durchfuhr uns bereits 1997 erstmals der Gedanke, diese Insel
zu bereisen. Der zweite Gedanke kam eigentlich nicht lange danach - natürlich
mit dem Seven"! |
|
|
|
|
Bald
darauf wurden die ersten Reiseführer durchstöbert, Kartenmaterial
studiert und Bekannte ausgefragt, die die Insel aus eigener Erfahrung schon
kannten. Eine der Hauptfragen war immer wie sind die Straßen auf
Korsika"? Oft bekamen wir nur geteert sind sie schon -" zu hören
und wir interpretierten das positiv, doch davon später. Ein Korsika-Video
wurde auch noch mit Interesse begutachtet, um weitere Erkenntnisse zu gewinnen. |
|
|
|
|
|
Langsam
aber sicher entstand eine grobe Planung. Rund um die Insel und einige Male quer
durch sollte es sein. Die Anfahrt nicht auf der Autobahn, sondern auf Landstraßen
bester Seven-Kategorie". Ein Blick auf die Korsika-Straßenkarte
läßt jeden Liebhaber kurvenreicher Strecken erschauern, es gibt eigentlich
fast keine Straße ohne das Geschlängel endloser Kurven. In Gedanken
sind wir einige dieser Leckerbissen schon x-mal abgefahren. Nun gut, die Realität
wird unsere Träume etwas zurechtrücken, doch davon, wie gesagt, etwas
später. |
|
|
|
|
Als
Termin schien uns der Mai am besten zu sein. Die erwachende Vegetation in
fortgeschrittenem Stadium, schönes Frühsommer-Wetter und noch
wenige Touristen ließen uns diesen Monat günstig erscheinen,
obwohl acht Regentage als Monatsmittel nicht gerade wenig sind. Was haben
solche Statistiken schon für einen Wert?! Wir wollten einfach optimistisch
sein. |
|
|
|
Somit
wurde Mai 1998 als Termin festgelegt um mit Seven, Zelt und minimalem Gepäck
gen Korsika zu ziehen. Aus verschiedenen Gründen wurde es dann 1998 doch
nichts mit dem geplanten Urlaub. Da die Planung aber stand war es kein Problem,
einfach den Mai 1999 als nächsten Termin ins Auge zu fassen. |
|
|
|
Soweit
die Vorgeschichte zu dieser Reise. |
|
|
|
Bereits
im März 1999 stand schon ziemlich sicher fest, daß es dieses Jahr
klappen würde, ein geringes Restrisiko eingeschlossen, die da waren Beruf
und Gesundheit. Als freischaffender Künstler ist man zwar frei in seinen
Entscheidungen, aber doch ziemlich abhängig von den Wünschen der Auftraggeber
und meine Beifahrerin Heidi wußte nicht sicher, ob ihre Wirbelsäule
nach der Operation fast 4 Wochen im Seven heil überstehen würde. Einige
ausgiebige Testfahrten" brachten diesbezüglich positive, aufschlußreiche
Erfahrungen, also stieg das Reisefieber von Woche zu Woche. |
|
|
|
|
|
Anfang
April fiel mir auf, oder ein, daß die Überfahrt zur Insel noch
ungeklärt war. Irgendwie Livorno - Bastia, oder so. Das schien
uns etwas zu vage, also an den PC gesetzt und im Internet gestöbert.
Binnen kurzer Zeit war alles gefunden, was wir suchten. Täglich verkehrt
eine Fähre zwischen La Spezia und Bastia. Das war ideal
für uns, da die Fährtermine von Livorno nicht so günstig,
nämlich nur zweimal die Woche lagen. Die Reederei hieß <Happy
Line> und man konnte direkt im Internet buchen, dies und der günstige
Preis mit 50% Ermäßigung auf die Rückfahrt bei sofortiger
Buchung und als Clou die <Happy Night>, die Möglichkeit
bereits am Abend vor der Abfahrt auf der Fähre in einer schönen
Kabine zu übernachten, ließen uns zugreifen. Das Buchungsformular
war schnell ausgefüllt und abgeschickt. Die Wartezeit auf die Bestätigung
stellte meine Geduld arg auf die Probe. Nun gut, es bedurfte einiger Telefonate
um alles zu klären. Bezahlung mit VISA-Card, weil Überweisung
aus Zeitgründen nicht mehr möglich, Ticketversand mit dem Kurier
weil italienische Post zu unsicher. |
|
|
|
Was
soll ich sagen, 2 Tage vor unserer Abfahrt kamen die Tickets, Als Anmerkung
muß ich gestehen, daß es gereicht hätte auf der Fähre
zu buchen, denn außer uns wollte niemand auf der Fähre übernachten,
und bei der Überfahrt waren es auch nur eine Handvoll Autos. Die ganze
Hektik hätte ich mir sparen können. |
|
|
|
Starttermin
1. Mai 1999 vormittags, der Seven wurde schon am Vortag gesattelt" um
ja keine Zeit zu verlieren. Es war nicht unsere erste Urlaubsreise mit Seven
und Zelt, somit stand schon vorher fest was alles mit mußte bzw. nicht
mit konnte. |
|
|
|
|
Ich will das mal kurz aufzählen: 1 Iglu-Zelt (Salewa
Sierra Leone"), 1 Zeltunterlage, 2 IsoRest-Matten (selbstaufblasend),
2 Schlafsäcke, 2 Polartec-Fleecedecken, für jeden von uns Wäsche
für 10 Tage (mehr geht nicht, dann ist Waschtag), 1 Jeans zur Reserve,
5 T-Shirts, 1 langärmliger Pullover und eine Polartec-Fleecejacke, Waschzeug,
Kameras, Filme und einiger persönlicher Kleinkram. Nicht mit von der
Partie: Kochzeug und Lebensmittel. |
|
|
|
Wie
wird der Seven damit bepackt? |
|
|
|
Statt Reserverad kommt der Holzkoffer (Spezialanfertigung
unseres Dorfschreiners) zum Einsatz, in ihm die Wäsche, T-Shirts etc.
Im Gepackraum" des Seven die Schlafsäcke, Waschzeug und Kleinkram.
Auf dem Koffer die Matten und das Zelt, gut verschnürt und davor auf
der Persenning des Gepäckfaches" 3 wasserdichte Kompressionssäcke
mit dem Rest. Halt, das Verdeck ist im Gepäckfach" ganz unten,
es ist nicht geplant, daß es zum Einsatz kommt, aber daheim lassen ist
auch nicht drin. Anmerkung: Es wurde nicht benötigt, vielleicht bleibt's
beim nächsten Mal daheim. Als Schutz vor Regen und nächtlicher Feuchte
kommt sowieso ein Spritzverdeck zum Einsatz. |
|
|
|
Auf
diese Weise bepackt steht der Seven bereits am Vortag abends in der Garage.
Bestimmt ist er genauso aufgeregt wie wir. |
|
|
|
Morgens
1. Mai, ein erster banger Blick zum Himmel, waren doch die Tage davor nicht
besonders berauschend und wer will schon gern im Regen in den Urlaub starten.
Der Tag war gut, bedeckter Himmel zwar, aber kein Regen. Der Wetterbericht mit
seiner Voraussage beruhigend, nur leichte Schauer vielleicht. Die dicke, pelzgefütterte
Lederjacke angezogen und pünktlich ging's los. |
|
|
|
Das
Etappenziel des 1.Tages lag in Südtirol, Nähe Lana bei guten
Freunden. Dort wollten wir einen gemütlichen Abend verbringen und in einer
Pension übernachten. |
|
|
|
|
Der
Tag darauf würde uns dann zur Fähre nach La Spezia bringen. |
|
|
|
|
Wie
schon einmal angemerkt, sollte der Seven keinen einzigen Autobahnkilometer
fahren, nur Landstraße. Ja, es geht, auch ohne Autobahn kommt man
nach Südtirol, und wie! Als Höhepunkt dieses Tages im wahrsten
Sinne des Wortes der Jaufenpass mit 2094 Meter. Über
Bad Tölz, Kochel, Mittenwald, Zirlerberg, Innsbruck, Brenner Staatsstraße
nach Sterzing, Jaufenpass, Passeiertal nach Meran und Lana.
Was für ein Auftakt! |
|
|
|
Oben
am Jaufen fuhren wir zwischen den Schneewänden. Zurückversetzt
in den Winter (die Fliegerjacken wärmten uns gut) überquerten wir
die Paßhöhe und jeder Meter abwärts Richtung Meran brachte
uns wieder in den Sommer. Herrlich diese Blütenpracht, alle Obstbäume
hatten sich verabredet zur gleichen Zeit zu blühen, es war nicht das Weiß
des Schnees vom Winter das die Hänge bedeckte, sondern das der Blüten
des Frühlings. Ein Schauspiel das so nicht alle Jahre vorkommt. |
|
|
|
|
|
Der
lange, harte Winter mit den plötzlich einsetzenden warmen, sommerlichen
Temperaturen hatte dies wohl hervorgerufen. Langsam wurden uns die Lederjacken
zu warm. War am Jaufen der Kragen noch hochgeschlagen, der Reißverschluß
ganz fest zu, in Meran wollten wir die warme Luft an uns ranlassen. Die
Jacken weit geöffnet strebten wir unserem Ziel entgegen. |
|
|
|
|
|
Es
wurde ein netter Abend bei Freunden, denn es gab viel zu erzählen. Doch
die nächste Etappe nach La Spezia war lang und so gingen wir nicht
zu spät schlafen. Bei der Rückfahrt war ja wieder ein Aufenthalt in
Lana vorgesehen. |
|
|
|
Nach einem ausgiebigen Frühstück in der gemütlichen
Pension Sonnleit (Völlan) starteten wir bei herrlichem Südtiroler
Wetter. Ich hatte die Lederjacke bereits verstaut und gegen einen langärmeligen
Pullover mit Fleeceweste vertauscht. Heidi wollte erst noch das Gampenjoch
und die südlicheren Gefilde abwarten und zog lieber nochmals die Lederjacke
an. Sie hatte die erste Etappe gut überstanden, der Rücken machte
keine Probleme, eine zur Sitzauflage umfunktionierte Fleecejacke leistete
gute Dienste. Der Seven ist halt keine Affenschaukel", sondern gibt
so ziemlich jede noch so kleine Unebenheit der Fahrbahn mit gnadenlosen Stößen
an die Insassen weiter. |
|
|
|
Diese
Etappe brachte uns von einem landschaftlichen Leckerbissen zum nächsten.
Zuerst das Gampenjoch, dann runter über Fondo, Trento zum
Gardasee, entlang am Ostufer weil das Westufer mit seinen Galerien noch
gesperrt war. Ein Felssturz hat im späten Winter ein Stück Straße
weggerissen, die Reparaturen waren wohl schwierig, dauerten sie doch schon länger
als geplant. Nach dem Gardasee ging's durch die Poebene, über Parma
in Richtung Apennin. Wer noch nicht durch den Apennin auf der SS62 gefahren
ist, der sollte es mal tun, herrliche Straßen inmitten schöner Landschaft,
Kurve reiht sich an Kurve. Da frohlocken Fahrer und Seven! |
|
|
|
Obwohl
wir nur eine kurze Rast irgendwann einlegten, wurde es sieben Uhr abends bis
wir La Spezia erreichten. Würden wir die Zufahrt zum Fähranleger
finden? Die Beschreibung aus dem Internet ging von der Ankunft über die
Autobahn aus. Nun, wir brauchten nur 2 Anläufe bis wir die etwas versteckte
Zufahrt zur richtigen Mole gefunden hatten. Unsere Überraschung war groß,
wir dachten zuerst, daß wir uns auf die Hafenpromenade verirrt hätten.
Lauter Fußgänger, mit Kind und Kegel beim Flanieren, es war Sonntagabend
und wir mittendrin. Wer die Begeisterungsfähigkeit der Italiener für
Autos kennt, der kann sich vorstellen was wir erlebten. |
|
|
|
Die
Wartezeit wurde uns inzwischen nicht zu lang. Wir standen neben dem Seven
und beobachteten die Spaziergänger. Für die meisten war dieses
Auto eine Sensation. Immer wieder wurde ich ausgefragt: Die Marke, das Baujahr,
der Motor, die Leistung und, und ....... Alles schien sie zu interessieren.
Manche schauten ungläubig zuerst den Seven, dann uns an. Als wollten
sie es nicht glauben, daß sowas auch ein Auto für den Alltag"
sein konnte. Sogar die Carabinieri machten für ein Schwätzchen
mit uns Halt. |
|
|
|
Ein
Paradies für jeden Sevenfahrer, besonders wenn das gute Stück"
daheim in der eigenen Garage und in eigener Regie zusammengeschraubt wurde. |
|
|
|
Ja
und schon war die Fähre da, mit Interesse und Respekt verfolgten wir das
gekonnte Anlegemanöver. Einige Autos verließen den Bauch der Fähre
und bald darauf wurde ich durch einen freundlichen Wink aufgefordert an Bord
zu fahren. Mit dem Seven nicht ganz so einfach wie mit einem normalen Auto.
Etwa 11 Zentimeter Bodenfreiheit und die Rampe zur Fähre ist hoch. Erfahren
inzwischen, es ist nicht die erste Fähre die der Seven betritt",
kannte ich den Trick wie man da raufkommt ohne aufzusitzen. Außerdem gab
es genügend wachsames Personal, das mißtrauisch den Abstand zwischen
Seven und Rampe beäugte. |
|
|
|
Es ging gut und der kleine Seven stand im dicken Bauch
der Fähre, was für ein Gegensatz. Kaum zu glauben, wir waren das
einzige Auto auf der Fähre. Keiner außer uns hatte anscheinend
die <Happy Night> gebucht. |
|
|
|
Himmlisch,
ein Riesenschiff ganz für uns allein. Freundlich, fast überschwenglich
wurden wir an Bord begrüßt. Ein Steward schnappte sich unser kleines
Handgepäck, führte uns zum Einchecken und dann zu unserer Kabine.
Sofort brachte er uns eine Flasche erfrischendes Mineralwasser für den
ersten Durst und gab uns zu verstehen, jederzeit unsere Wünsche erfüllen
zu wollen. Nachdem wir uns frisch gemacht hatten gingen wir das Schiff zu erkunden.
|
|
|
|
|
Vor allem das Schiffsrestaurant wollten wir aufsuchen,
hatte sich doch inzwischen bei uns ein unbändiger Hunger eingestellt.
Würde es was zu Essen geben? Wir waren ja die einzigen Übernachtungsgäste.
Doch was soll man sagen, aus drei Gerichten mit verschiedenen Vorspeisen konnten
wir wählen, für alles war gesorgt. Es war einfach super! |
|
|
|
Herrlich gestärkt an Leib und Seele begaben wir uns
zur wohlverdienten Ruhe. Den Wecker mußten wir nicht bemühen, da
die Abfahrt Morgen um 8:15 Uhr für uns ohne Bedeutung war, befanden wir
uns doch bereits an Bord. Ein richtig gutes Gefühl.
|
|
|
|
Eine
Unruhe ließ uns dann doch nicht so unbeschwert bis in den Vormittag hinein
schlafen. Heidi wollte es sich nicht nehmen lassen, die Ablegemanöver und
die Ausfahrt aus dem Hafen zu fotografieren. Nach einem sehr reichlichen und
guten Frühstück genossen wir die 5 Stunden dauernde Überfahrt
nach Bastia. Dabei stellten wir fest, daß sich für die Überfahrt
außer uns doch noch einige Passagiere an Bord eingefunden hatten. |
|
|
|
Während der Fahrt hatten wir das große Glück
in einiger Entfernung zwei Wale beobachten zu können. Für einen
kurzen Moment sahen wir einen Körper, eine Schwanzflosse und danach mehrere
Male zwei Fontänen dieser blasenden Geschöpfe. Wir waren sehr berührt
von diesem Erlebnis. |
|
|
|
In
Bastia angekommen standen wir schon ungeduldig bei unserem Seven und
warteten darauf, das Schiff verlassen zu können. Endlich senkte sich die
Rampe, gefährlich hoch sah sie aus. Mein Gefühl trog mich nicht, denn
es bedurfte einiger Manöver, um unbeschadet wieder festen Boden zu erreichen.
Da wünschte man sich doch direkt eine Niveauregulierung! |
|
|
|
Wir durchquerten Bastia in südlicher Richtung
und waren froh, endlich das Gewühl der Stadt hinter uns zu haben. Weit
hatten wir nicht bis zu unserem ersten geplanten Campingplatz, wir mußten
ihn nur finden. |
|
|
|
Zwischen
Meer und dem <Etang de Bigulia> auf einer Landzunge gelegen galt
es die richtige Abfahrt zu erwischen. Von der N193 noch etwa 10 Km auf der D10
zum Camping <San Damiano>. Im zweiten Anlauf, mit der Hilfe einer
freundlichen Dame die uns den rechten Weg wies, schafften wir es dann auch. |
|
|
|
An
der Rezeption checkten wir ein, der freundliche Patron sagte uns noch so nebenbei,
daß wir unser Zelt besser nicht in einer Mulde aufbauen sollten, da für
die Nacht schwere Gewitter und viel, viel Regen angekündigt wären.
|
|
|
|
Noch aber schien die Sonne und wir nutzten den frühen
Nachmittag um uns mit korsischen Spezialitäten zu versorgen. Ausgestattet
mit Schinken, Wurst, Ziegenkäse, Brot und Wein zelebrierten wir unser
erstes korsisches Picknick . Müde genug um früh ins Zelt zu
kriechen, glaubten wir schon gar nicht mehr an die Wettervorhersagen des
Patron. |
|
|
|
Doch irgendwann in der Nacht traf's ein. Ein heftiges
Gewitter jagte das andere. Schwerer, heftiger Regen prasselte auf unser Zelt,
die Blitze zuckten, der Donner grollte. Eigentlich nicht der richtige Empfang
für uns. Wie sollte das nur weitergehen, hoffentlich kein schlechtes
Omen für den Urlaub. Zum Glück brauchten wir uns um die Wasserdichte
von Zelt und Sevenabdeckung keine Sorgen machen, da bleibt alles dicht, wie
wir aus der Vergangenheit wußten. Umdrehen und weiter schlafen, was
sonst. Gut, daß wir den Rat befolgt hatten und in keiner Mulde standen,
sollte man vielleicht sowieso nicht machen. Der Tip vom Patron war schon très
bon". |
|
|
|
Gegen
Morgen zu wurde der Regen leichter und es hörte bald ganz auf zu regnen.
Als wir etwa um 8 Uhr aufstanden schien alles ausgestanden zu sein, nur die
drohend schwarzen Wolken, die in den Bergen hingen, beunruhigten uns etwas.
Genau in diese Richtung waren nämlich unsere nächsten Ausflüge
geplant. Dieser Campingplatz sollte ja für die nächsten Tage der Ausgangspunkt
sein, um die Umgebung zu erkunden. |
|
|
|
Zu diesem Zeitpunkt verunsicherte uns die korsische Wolkenbildung
und deren Interpretation auf das zu erwartende Wetter noch erheblich. Nach
dem Frühstück wollten wir überlegen, was zu tun sei. |
|
|
|
Frühstück,
was heißt das eigentlich, wenn man nichts zum Kochen mitführt? |
|
|
|
Nun
es kann sein, daß 1. der Campingplatz ein Frühstück anbietet,
oder 2. ein nahes Restaurant, oder 3. etwas Gebäck vom Vortag mit Wasser
hinuntergespült und der Kaffee in einer Bar unterwegs nachgereicht wird.
|
|
|
|
Momentan
kam Verfahren drei zur Anwendung. In der Bar beratschlagten wir die Ausflugsmöglichkeiten
und beschlossen dann mutig, in Richtung der dunklen Wolken zu fahren. Umkehren
war ja immer noch möglich. |
|
|
|
Der
erste Ausflug sollte uns in die Castagniccia führen, bekannt durch
ihre wilde und grüne Vegetation in den Bergen. Dort wachsen unzählige
Kastanienbäume, deren Früchte jetzt unter anderem den vielen ausgewilderten
Schweinen als Nahrung dienen. Früher wurden die Kastanien von den Bewohnern
geerntet und trugen wesentlich zu deren Ernährung bei. Inzwischen hat das
an Bedeutung für sie verloren. |
|
|
|
Die
dermaßen aufwachsenden Schweine sind begehrte Fleischlieferanten. Die
Ernährung mit Kräutern und Kastanien ergibt diese köstlichen
Schinken und Würste. Man muß sie einfach probiert haben. Manchmal
plagt einen schon das schlechte Gewissen, wenn einem die possierlichen und schlauen
Tiere auf der Straße begegnen. Die laufen frei herum wie bei uns das Wild.
Ab und zu sieht man Spuren von Gattern, wohl mehr für Rinder, Schafe und
Ziegen gedacht, als für die Schweine. Wir fanden, daß das ein gutes
Schweineleben sei. |
|
|
|
Ein
wagemutiger Abstecher auf einer weißen Straße nach Vescovato
belohnte uns mit einem herrlichen Dorfplatz unter wunderbaren alten Platanen.
Dort sitzen, ein Gläschen Roten genießen und die Seele baumeln lassen,
so stellen wir uns Urlaub vor. Der Seven stand geparkt in unserem Blickfeld
und genoß die unverhohlene Bewunderung der Passanten. |
|
|
|
Was
heißt eigentlich weiße Straße? |
|
|
|
Nun, auf der Michelin-Straßenkarte gibt es rote,
gelbe und weiße Straßen.
Rote sind die Hauptverbindungen, in der Regel N(ational)-
Straßen, gelb sind D(epartement)-Straßen und weiß sind ordinäre
Landstraßen. Der Zustand der Straßen geht von Rot nach Weiß
abwärts, bis zum Niveau geteert sind sie schon"!! |
|
|
|
Noch
waren wir mutig und dachten auch noch etwas deutsch, was die Straßen anbelangte.
Später verzichteten wir dann von vorhinein auf die Benutzung weißer
Straßen. Wobei nicht alle Straßen der weißen Sorte unbedingt
die letzte Qualität hatten. Nein es gab weiße Straßen die hatten
gelbes Format, ja und leider, leider gelbe die irgendwann im Laufe der Zeit
weiß geworden sind. All diese Erfahrungen mußten wir erst noch machen. |
|
|
|
Eine andere Erfahrung die wir machen mußten, war
das Wetter auf Korsika. In einem Reiseführer stand, das Wetter ist im
Süden besser als im Norden, an der Küste besser als in den Bergen,
im Westen besser als im Osten. Stimmt so, oder auch nicht!? Wir waren jetzt
in den Bergen im nordöstlichen Teil von Korsika!! |
|
|
|
Man
taucht in die Wolken hinein und denkt gleich duscht's. Im Gegenteil, plötzlich
blauer Himmel und Sonne. Entspannung und Freude. Zu früh, denn schon fährst
Du im Regen. In Piedicroce eine Pause gerade zur rechten Zeit. Während
wir drinnen gemütlich beim Essen sitzen, geht draußen ein Landregen
erste Güte nieder. Anschließend dampfen die bewaldeten Berghügel,
ein herrlicher Anblick aus dem Seven. |
|
|
|
Noch
einmal erwischt uns eine Wolke, Kopf einziehen und durch ist die Devise. Es
geht den Berg rauf, oben wie mit dem Strich gezogen die Trennlinie zum Trockenen,
zur regenfreien Zone. Also wir geben es auf, selbst irgendwelche Vorhersagen
auf das Wetter zu machen. Wir nehmen es wie es ist und wird. Bleiben dazu gnadenlos
optimistisch, auch als uns ein Regenguß noch kurz vor dem Campingplatz
beim Einkaufen überrascht. Da wurden wir fast etwas hektisch, weil der
Seven nur mit einem Regenschirm provisorisch abgedeckt war und ein böiger
Wind aufkam. Nun, es ging ohne größere Schäden ab. |
|
|
|
Das Wetter beruhigte sich am nächsten Tag. Es wurde
besser, die Sonne schien. In den Bergen fuhr man manchmal oberhalb der Wolkengrenze
wie im Nebel. Die berühmte Kirche <San Michele di Murato>
wurde fotografiert, vormittags im Nebel", am Nachmittag bei strahlender
Sonne. |
|
|
|
Ein Katzensprung von Bastia an der Ostküste
nach St.Florent zur Westküste. Nur rüber über die
Berge, oben ein herrlicher Ausblick nach beiden Seiten. Ein rauher Wind
pfeift, die Luft ist kühl. Schnell runter über Patrimonio,
einem Weinort, zu dem malerischen Ort St.Florent. Das ist Korsika,
ein Land voller Gegensätze auf kleinstem Raum. Eben noch in den Bergen,
eine halbe Stunde später an der Uferpromenade am Meer. |
|
|
|
Ach
ja, heute hatten wir das erste richtige Weiße-Straßen-Erlebnis.
Zum Aussichtspunkt <Serra de Pigno> sollte es gehen. Ein herrlicher
Blick auf Cap Corse wurde versprochen, doch es ging nicht. Auf halber
Strecke machten wir kehrt. Im ersten Gang den Berg raufkriechen, nicht weil
es so steil, sondern so uneben war - geteert sind sie schon", es macht
einfach keinen Spaß und immer die Angst im Nacken, sich die Ölwanne
zu ramponieren. Etwas weiter unten, die Wolken rissen kurz auf, wurden wir
doch noch mit einem herrlich Blick auf das Meer nach Ost und West entschädigt.
Ein grandioses Land! |
|
|
|
Drei
Tage vergingen und wir zogen wie geplant nach Corte, der heimlichen Hauptstadt
Korsikas um. Corte liegt sehr zentral in den Bergen, inmitten einer gewaltigen
Bergkulisse am Zusammenfluß von Restonica und Tavignano.
Wieder drohten dunkle Wolken am Himmel. In den Bergen selbst wurde das Wetter
zu unserem Erstaunen immer besser. So konnten wir gleich auf dem Weg noch einen
Abstecher in die Asco-Schlucht unternehmen. Es hat sich gelohnt, obwohl
wir nicht bis <Haute Asco> fuhren, sondern vorher den Lockungen
der korsischen Küche erlegen sind und schon in Asco selbst hängenblieben. |
|
|
|
In Corte war der geplante Campingplatz nur sehr
schlecht zu erreichen, so disponierten wir einfach um. Wir fanden einen herrlichen
Platz, etwas rustikal, aber direkt am Tavignano gelegen, unterhalb
der Zitadelle von Corte.
Camping <U Sognu> heißt der Platz.
Bei Madame gab's ein Frühstück für nicht zu viel Geld und den
nächtlichen Gesang der vielen, vielen verwilderten Katzen ganz umsonst.
Camping a la fèrme. |
|
|
|
Hier in Corte beschlossen wir unsere Planung etwas
zu ändern. Eigentlich hatten wir vor, mit dem korsischen Bähnle
zu fahren, das in allen Reiseführern angepriesen wird. Nach den bis jetzt
gemachten Erfahrungen glaubten wir, daß uns diese Bahn nicht den angekündigten
thrill" bringen würde. Was kann so eine Bahn schon noch bieten,
wenn man mit dem Seven auf korsischen Straßen unterwegs ist?! |
|
|
|
Heidi
inspizierte die Zitadelle, die über 166 Stufen zu erreichen war. Währenddessen
ließ ich das Treiben auf dem <Place Paoli> an mir vorüberziehen.
Ein, zwei kühle Biere verkürzten mir die Wartezeit dabei. Anschließend
genossen wir gemeinsam am <Place de Duc de Padue> bei einem kleinen
Imbiß den Nachmittag. |
|
|
|
Während
der Warterei auf Heidi hatte ich in einem Magazin rumgestöbert und entdeckt,
daß am morgigen Tag der Troß der Rallye Korsika in Corte
Halt machen würde. Drei, vier Sonderprüfungen in der Nähe fanden
auch statt. Das wollten wir uns eigentlich nicht entgehen lassen und so beschlossen
wir uns die Sonderprüfung Nr.10 von Taverna nach Pont de Castirla
anzuschauen. Wir fuhren also rechtzeitig am nächsten Tag zur D18, wo das
16 Km lange Spektakel stattfinden sollte. In Ruhe suchten wir uns einen guten
Streckenabschnitt raus, parkten den Seven in sicherer Entfernung abseits der
Schußlinie, breiteten die mitgebrachte Decke aus und harrten der Dinge,
die da kommen sollten. |
|
|
|
Es
ist wirklich ein Spektakel, aber nicht von der schlechten Sorte. Immer wieder
kamen irgendwelche offiziellen Fahrzeuge, die securité". Ein Bauer
schaute nach, ob seine Rinder alle gut verstaut" waren und kein Unheil
anrichten konnten. Hubschrauber kreisten am Himmel, dann das 1. von drei Vorfahrzeugen,
wieder Pause. Endlich das 2. und nach längerer Wartezeit endlich der 3.Vorfahrer. |
|
|
|
Wieder
verstrichen Minuten, da plötzlich, wie Schüsse knallend hörte
man die Fehlzündungen des ersten Autos im Wettbewerb. Gestartet wurde in
der Reihenfolge der momentanen Wertung mit 3-Minuten-Abstand. Der Lärm
steigerte sich zu einem Stakkato von Auspuffknallen und Gasstössen, dazwischen
das Pfeifen der Bremsen. Da taucht er schon auf, mit einem Speed, daß
man nicht glaubt, er würde die nächste Kurve meistern. Noch ehe man
sich versieht ist er vorbei, entschwindet im Geschlängel der nächsten
Kurven. Noch lange hört man die harten Knaller aus dem Auspuff. |
|
|
|
So
ging es dann Schlag auf Schlag, jeder Wagen verblüffte einen aufs Neue.
Spektakulär wurden die Kurven genommen und weg waren sie wieder, die Mäkkinen,
McRae, Thiry und wie sie alle heißen. Nach dem letzten Teilnehmer
kam das Fahrzeug der Offiziellen als Zeichen, daß die Strecke wieder für
alle frei wäre. Die Zuschauer fuhren nun selbst die Strecke, im Geiste
sicher wie Mäkkinen und Co, aber sonst doch ganz gesittet. |
|
|
|
Beide
hatten wir dieses Schauspiel als angenehme Ergänzung zu unseren sonstigen
Unternehmungen genossen, kam es doch auch ganz überraschend für uns.
Anzumerken, daß es bereits im letzten Drittel der Prüfung wieder
einmal zu regnen begonnen hatte. Für die Teilnehmer wahrscheinlich lästiger
als für uns. Es dauerte nicht allzu lange, bis die Sonne wieder die Oberhand
hatte. |
|
|
|
Die
Nacht brachte ein kräftiges Gewitter und heftigen Regen, aber da ist es
nicht weiter schlimm, eigentlich sogar ganz kuschelig im trockenen Zelt, wenn
draußen der Regen prasselt. |
|
|
|
Der nächste Tag sollte uns in das <Vallé
de la Restonica> bringen, eine der schönsten Ecken auf Korsika.
Doch vor den Preis haben die Götter den Schweiß gesetzt, hier in
Form einer weißen Straße. 15 Km Buckelpiste mit Wurzeln und Löchern,
steil bergauf, und - ja genau - geteert war sie schon" . |
|
|
|
Nach
etwa einer Stunde (!) Fahrzeit erreichten wir die <Bergeries de la Grotelle>
in 1375m Höhe. Die Strapazen hatten sich gelohnt. Fast auf gleicher Höhe
mit den Schneeresten des Winters genossen wir das eindrucksvolle Panorama der
uns rundum überragenden Bergwelt. Eine zünftige Brotzeit vor der kleinen
Hütte mit Speck, Käse, Brot und Wein ließ uns mit Gott und der
Welt in Frieden sein. Zum Abschluß spendierte uns der Hüttenwirt
noch ein <eau de vie>, Herz was willst Du mehr? |
|
|
|
Also
geplant war der Umzug nach Bonifacio über die D69, D344 mitten durch
die wilde Berglandschaft Korsikas. Doch bereits in Ghisoni fingen massive
Straßenbau- arbeiten an. Die Betonung liegt auf massiv! Der Teer ging
über in Schotter, dann fehlte schließlich eine Spur ganz. Plötzlich
die Begegnung der 3. Art mit einem riesigen Muldenkipper an dem wir uns irgendwie
vorbeimogelten. Schlußendlich begegnete uns ein französisches Wohnmobil,
dessen Fahrer uns eindringlich zu erklären versuchte, daß mit dem
Seven weiter vorne kein Durchkommen mehr wäre. Mit den Händen deutete
er die Höhe einer Stufe an. Zu hoch, also umdrehen, die Baustelle wieder
zurück und auf die Alternativroute. |
|
|
|
So gelangten wir, nachdem wir nochmals eine Umleitung
mitmachen mußten, auf die N198 und darauf nach Solenzara. Jetzt
brauchten wir dringend eine Stärkung und welch ein Zufall, dort war schon
ein korsisches Spezialitäten-Restaurant mit Köstlichkeiten vom <feu
du bois>. Nicht ganz billig, aber es ging noch. Geschmeckt hat's toll. |
|
|
|
Wir blieben jetzt auf der N198, um ohne Umweg nach Bonifacio
zu kommen. Den anvisierten Campingplatz fanden wir auf Anhieb. Das Plätzchen
für unserer Zelt war schnell ausgewählt, ganz oben auf einem Plateau
mit einer herrlichen Aussicht auf die <Straße von Bonifacio>
und Sardinien. Ein feudaler Campingplatz, er stand ja auch mit 3 Sternen
versehen im Führer. So schien es auch zu sein. Alles war da. Swimmingpool,
Restaurant, Shop, Spielsaloon und einiges mehr. Doch oh Schreck, nichts war
in Betrieb. Im Pool das Wasser vom letzten Jahr, bei Nacht quakten die Frösche,
waren die vielleicht da drin? Restaurant, Shop etc. alles dicht. Einzig die
Sanitäreinrichtungen waren ok. Wir zogen von den drei gleich wieder zwei
Sterne ab, den einen gab's für die Aussicht. |
|
|
|
Am
nächsten Morgen lag dichter Nebel über der <Straße von
Bonifacio>, man hörte die Nebelhörner der Schiffe, die dort
unterwegs waren. Jetzt war auch der Stern für die gute Aussicht dahin.
Wir beschlossen, nicht länger als nötig auf diesem seltsamen Campingplatz
zu bleiben. Doch heute wollten wir Bonifacio ausgiebig erkunden. |
|
|
|
Wir
fuhren also in die Stadt, parkten sicher auf einem bewachten Parkplatz und tippelten
los. Vom Hafen aus ging eine zur Fußgängerzone umfunktionierte Straße
steil zur Oberstadt hinauf. Ein beliebtes Fotomotiv sind die Häuser auf
der steil ins Meer abfallenden, überhängenden Klippe. Wir nahmen uns
die Zeit alles in Ruhe zu betrachten. |
|
|
|
Später,
wieder am Hafen angelangt ließen wir uns in einem Restaurant direkt am
Wasser sitzend mit Speis und Trank verwöhnen. Inzwischen war schon ziemlich
viel los in Bonifacio. Eigentlich ist ja noch Vorsaison, aber nach Bonifacio
kommen sie alle. Immer neue Busladungen verteilten sich in der Stadt. Wie wird's
da erst zugehen, wenn Hauptsaison ist? |
|
|
|
Auf dem Weg zurück zum Campingplatz haben wir uns
noch in einem Supermarkt versorgt um den Abend gemütlich vor dem Zelt
verbringen zu können. Außerdem mußten wir uns eine Wäscheleine
und Klammern besorgen, denn Waschtag war angesagt. Malerisch drapierten wir
alles zwischen den Erdbeerbäumen um unser Zelt herum zum Trocknen auf
die Leine. In der Nacht kam auch noch ein sehr kräftiger Wind auf, der
ordentlich an unserem Zelt zerrte und in einer nicht weit entfernten Überlandleitung
heulte. Das war der Aufpreis für den erhabenen Standplatz. |
|
|
|
Morgens
brachen wir zeitig unsere Zelte" ab. Es sollte in Richtung Propriano
gehen. |
|
|
|
Wir
wollten auf dem Weg dorthin irgendwo am Meer nach einem schönen Campingplatz
Ausschau halten. Gar nicht so einfach, fündig zu werden. Gerade am Meer
waren einige Plätze noch geschlossen, für die begann die Saison erst
im Juni. Andere hatten zwar offen, gefielen uns aber nicht. Gerade als wir schon
die Hoffnung aufgeben wollten, das zu finden was wir suchten, stießen
wir auf den Campingplatz <Ras L'Bol Club>. |
|
|
|
Hier
war alles wie es sein sollte. Schöne Stellplätze unter Bäumen,
schattig, aber nicht finster. Das Meer gleich nebenan über der Straße.
Restaurant am Platz. Wir waren zufrieden. Die Vegetation war für uns
auch ein Erlebnis. Palmenreihen direkt am Platz, quasi als Schutz zur Straße
hin. Feigenkakteen in voller Blüte und in einer Menge, daß wir
nur staunten. Auf der Terrasse vor dem Restaurant Kletterrosen in einer
üppigen Pracht. Außerdem mehrere exotische Strielitzien aus dem
Kanarenbereich, sowie Mispelbäume. |
|
|
|
Wir hatten da wirklich eine schöne Ecke gefunden
und zu allem Überfluß war nicht weit entfernt direkt am Strand
ein weiteres, bezauberndes Lokal, wo wir gleich den ersten Spätnachmittag
unsere Sinne verwöhnen ließen. Meeresfrüchte, Wein und dieser
herrliche Ausblick auf die Bucht von Propriano. Auch auf die Gefahr
hin mich zu wiederholen, es ging uns gut. |
|
|
|
Für
Heidi war die Nähe zu Filitosa, der bedeutendsten prähistorischen
Ausgrabungs- stätte auf Korsika ein sehr wesentlicher Aspekt. Wir machten
uns auch gleich am nächsten Tag auf den Weg, um bei besten Fotografierlicht
diese Sehenswürdigkeit zu besuchen. Bereits 6000 Jahre vor unserer Zeitrechnung
hatte eine weitgehend unbekannte Kultur diese Menhire errichtet. |
|
|
|
Man weiß eigentlich sehr wenig darüber, das
meiste sind mehr oder weniger abge- sicherte Spekulationen und Mutmaßungen.
Entdeckt wurden diese Schätze vom Grundstücksbesitzer erst in den
50er Jahren. Er machte dann die richtigen Leute auf diese Entdeckung aufmerksam
und diese legten ab 1954 das befestigte Dorf frei. |
|
|
|
Heidi
war begeistert und fotografierte bei bestem Licht alle dargebotenen Sehens-
würdigkeiten. Wir hatten Zeit und Muße und ließen den Anblick
dieser Megalithen und Steinzirkel auf uns wirken. Mit etwas Phantasie machten
wir eine Zeitreise zurück zu einer fremden Kultur. Wie könnte das
gewesen sein? Also ich hätte ganz einfach den Seven vermißt! |
|
|
|
Zurück zur Gegenwart. Es ging weiter in Richtung
Aullene. Die D420 führte uns durch eine wilde, aufregende Landschaft
zu diesem kleinen, malerischen Ort. Unterwegs trafen wir immer wieder auf
Spuren der Rallye Korsika in Form von schwarzem Reifenabrieb auf der Ideallinie.
Die Strecke war nicht nur landschaftlich, sondern auch fahrerisch ein Leckerbissen.
|
|
|
|
Noch etwas war sehr landestypisch und für deutsche
Augen ungewöhnlich. Überall sah man mehr oder weniger bombastische
Gräber, eigentlich waren es Sarkophage, manche richtige Mausoleen. Entweder
einzeln verstreut in herrlichster Landschaft, oder zusammengefügt zu
einem Friedhof. Das hängt mit dem korsischen Totenkult zusammen. Die
andere Vorstellung vom Leben nach dem Tode führt zu diesen auffälligen
Grabstätten, die oft ein besonderes Fotomotiv abgeben. |
|
|
|
In
Aullene mußten wir gezwungenermaßen eine Pause einlegen.
Der Seven brauchte dringend Sprit und die örtliche Tanksäule war
wegen der Mittagspause geschlossen. Der Weg bis zur nächsten Tankmöglichkeit
war zu weit. Nun, es war eigentlich eine willkommene Unterbrechung, die
wir zu einer ausgiebigen Rast im schattigen Garten der Dorfkneipe nutzten.
|
|
|
|
Beim
Genuß der heimischen Köstlichkeiten bestehend aus Wein, Brot,
Schinken und Käse beobachteten wir das Leben um uns herum. Viel spielte
sich eigentlich nicht ab. Es war heiß geworden und die wenigen Menschen
hielten sich wohl lieber im Schatten ihrer Häuser auf. Einige saßen
auf einer Bank unter einem schattenspenden Baum. Selten überquerte
ein Auto den Dorfplatz. |
|
|
|
Einzig
der Seven brachte etwas Aufregung in die Ruhe des Mittags. Sogar ein altes Mütterchen,
der Tankwart" wie sich später herausstellte, drehte ein, zwei staunende
Runden um ihn herum. Es ist immer das gleiche, wo der Seven auftaucht kommt
Freude auf, man sieht lachende Gesichter, nie eine ablehnende Miene. |
|
|
|
Plötzlich
querten zwei ganz andere Dorfbewohner den Platz, ganz gemächlich und
ohne Hast. Nur kurz wurde der Seven beschnuppert, kein Interesse. Es waren
zwei Schweine die da wie streunende Hunde umherspazierten. Für uns
irgendwie sensationell. denn kein Hirte, oder Besitzer rannte hektisch hinter
ihnen her, sie waren frei! |
|
|
|
Irgendwann
war die Ruhepause vorbei, der Tankwart" schloß die Tanksäule
und gleichzeitig auch den Kramladen auf. Der Seven wurde betankt, es ging weiter
in Richtung Porto Vecchio. |
|
|
|
Wiederum
führte die Straße durch eine grandiose Landschaft. Wir überquerten
den <Col de Bavella>. Hier muß ich die Straße unbedingt
lobend erwähnen. Die D302 hat es verdient hier extra erwähnt zu
werden. Kurven wie im Walzertakt und ein makelloser Teerbelag. Sie war so
schön, daß wir sie zweimal fuhren. |
|
|
|
Am
Straßenrand, oder in den angrenzenden Bergwäldern sah man sehr häufig
Korkeichen. Doch hier konnte man sogar geschälte Exemplare bewundern. Für
den Fotografen immer ein lohnendes Motiv. Die Korkgewinnung ist nicht mehr so
intensiv wie früher, aber in manchen Gegenden noch vertreten. |
|
|
|
Ebenfalls
auffällig, daß immer wieder ganze Berghänge nur noch aus
schwarzen Baumstümpfen und nachwachsender Macchia bestehen. Brandrodung,
unabsichtliche Feuersbrünste durch Blitzschlag oder Unachtsamkeit,?
Wir haben nichts darüber gelesen. Traurig anzusehen, wie Skelette ragen
die Bäume in den Himmel. Es dauert lange, bis wieder Gras über
die Sache" gewachsen ist. Noch Jahre danach ragen die nun grau verwitterten
Bäume aus der alles überwuchernden Macchia hervor. |
|
|
|
In Porto Vecchio, einer quirligen Hafenstadt mit
Marina und Hafenpromenade brauchten wir dringend eine Erfrischung. Mineralwasser
mit Zitronensirup vermischt ist ein herrliches Getränk. |
|
|
|
|
|
Die
Suche nach einem Geldautomaten gestaltete sich etwas aufwendig. Erst die dritte
Nachfrage brachte uns auf den rechten" Weg. So ein Geldautomat und die
passende Scheck-Karte sind schon eine praktische Errungenschaft unserer technischen
Zivilisation. Heute am Vatertag, auch in Korsika ein Feiertag, hätte die
Ebbe in der Urlaubskasse anders nicht beseitigt werden können. |
|
|
|
|
|
Der
nächste Tag brachte uns nach Ajaccio, dem Geburtsort von Napoleon,
Kaiser von Frankreich. Für uns war die Stadt etwas enttäuschend, doch
liegt das sicher an uns, wo wir mehr das Leben abseits von Trubel und Hektik
suchen. Nun, wir fuhren durch um zum <Tour de la Parata> zu kommen,
doch auch hier viele Busse mit Touristen. Nur eine kurze Fotopause, dann der
Weg wieder zurück durch Ajaccio und nach Patrimonio. Wir
genossen den Abend am Meer, morgen war wieder Umzugstag. |
|
|
|
Geplant
war nach Porto zu fahren, um dort wieder für zwei, drei Tage zu
bleiben. Eigentlich ein Katzensprung von hier nach Porto. In Cargèse
machten wir unsere ausgiebige Pause, und genossen die herrliche Aussicht bevor
wir die letzten Kilometer in Angriff nahmen. Der Weg würde uns durch eine
der bekanntesten und großartigsten Landschaften Korsikas führen,
die <Calanches de Piana>. Rote, bizarre Felsen hochaufragend aus
dem Meer und mittendurch das Geschlängel der Straße. Der Fotograf
war schon ganz aufgeregt. |
|
|
|
Doch
was mußten wir erleben? Heerscharen von Menschen, ausgespien von unzähligen
Bussen, drängten sich auf der Straße. Alle mit Kamera ausgerüstet
und nur noch den Blick auf die besten Motive, versperrten sie schier jedes Durchkommen.
Einer hatte sogar sein Stativ mitten auf der Straße aufgebaut, absolut
verrückt!!! |
|
|
|
Ohne
zum geplanten Fotostop anzuhalten fuhr ich genervt weiter. Für Heidi eine
Katastrophe, aber Porto war ja nicht weit, ein Ausflug zurück mit
weniger Rummel zum Fototermin schien kein Problem zu sein. Eine irrige Annahme,
denn Porto hatte zwar drei Campingplätze, doch keiner sagte uns
zu. Also gut, auch kein Problem. Calvi die nächste Stadt war nicht
weit, was sind schon 70 Kilometer? Immer an der Küste entlang sollte es
gehen, die einzige Verbindung dorthin. Der Weg zurück zu den Calanches
von Calvi aus war für einen gemütlichen Tagesausflug wohl kein
Problem. |
|
|
|
Gesagt,
getan, auf nach Calvi. D81 hieß die Straße, gelbe Kategorie.
Welcher Idiot hat diesen verdammten Feldweg auf der Karte gelb angestrichen?
Es war der Horror für uns und den Seven. Schon bald ist uns klar geworden,
daß es auf dieser Straße für uns kein zurück und damit
zu den Calanches geben würde! Einmal 70 Kilometer dieser Güte
reichen. Mehr als zwei Stunden Fahrzeit für diese Entfernung! Eine Erkenntnis
die die Stimmung des Fotografen und damit auch meiner auf den Gefrierpunkt brachte.
|
|
|
|
Es
hätte nur einen weiten Umweg von Calvi zu den Calanches gegeben.
Diese 170 Kilometer schienen auch Heidi für ein paar Fotos zu aufwendig.
Das ist die tragische" Geschichte der verpaßten Calanches-Fotos. |
|
|
|
Endlich in Calvi angekommen, ich verfluchte
unterwegs alle korsischen Straßenbauer mehrmals ob ihrer Unfähigkeit
vernünftige Straßen zu bauen, suchten wir uns einen Platz für
unserer Zelt. Muß ich erwähnen, daß dieser Platz auch
nichts taugte? Es gibt Tage, da geht alles schief. Doch halt, abends am
Meer, nach einem die Seele streichelnden Menü gelang Heidi eine tolle
Nachtaufnahme von der beleuchteten Kulisse von Calvi. |
|
|
|
Der nächste Tag wurde besser. Wir besichtigten Calvi
in Ruhe, fuhren dann in beiden Richtungen die Küstenstraße entlang.
Auch hier gab es schöne Ausblicke mit Felsen und Meer. Calvi hat
den Flair einer mediterranen Hafenstadt, etwas zu sehr auf den Tourismus ausgerichtet
vielleicht, aber im großen und ganzen sehr malerisch. Trotzdem beschlossen
wir, morgen nach St.Florent umzuziehen. Dieser Ort war uns ja in den
ersten Urlaubstagen schon angenehm aufgefallen. |
|
|
|
Bei leichtem Nieselregen bauten wir das Zelt ab und fuhren
los. Die Fahrt nach St.Florent verlief ohne größere Höhepunkte.
Irgendwie gewöhnt man sich an die wunderschöne Landschaft. Der Campingplatz
<U Pezzo>, etwas außerhalb des Ortes direkt am Meer gelegen
war wieder sehr nach unserem Geschmack. Schöne schattige Plätze
unter riesigen Eukalyptus-Bäumen, ein netter Patron, kleines Buffet mit
Frühstücksmöglichkeit. Alles in allem ein Ort zum Wohl fühlen.
Wir richteten uns häuslich ein, besuchten den Ort zu Fuß, um uns
etwas umzusehen und waren wieder mit der Welt versöhnt. |
|
|
|
Nachmittags
kam ein kräftiger Sturm auf und wir konnten erleben, wie schnell ein Zelt
mit schlecht eingeschlagenen Heringen Flügel" bekommt. Die Besitzer
waren nicht da und so versuchte ich zu retten was noch zu retten war. Also,
was lernen wir dabei? Ist das Wetter noch so schön, immer mit dem Schlimmsten
rechnen und alles gut verankern! |
|
|
|
|
|
Die
Nacht durch blies der Wind weiter sehr heftig. Das Wetter war bedeckt, fast
ohne Sonne. Trotzdem beschlossen wir, Cap Corse zu umrunden, falls uns
die Straßen keinen Strich durch die Rechnung machen würden. Diesmal
ging alles gut. Die Orte Nonza und Erbalunga wollten wir in den
nächsten Tagen nochmals besuchen um sie näher zu erkunden. In Patrimonio
haben wir uns bei einem Kramladen mit den üblichen Dingen, wie Wein, Brot,
Wurst, Käse und Tomaten versorgt. So ausgerüstet machten wir abends
am Strand ein gemütliches Picknick. Später saßen wir noch mit
dem Patron zusammen und quatschen, soweit die Verständigung es eben zuließ,
aber irgendwie klappt das schon. Heute eine ruhige Nacht ohne Starkwind. |
|
|
|
|
|
|
|
Patrimonio ist eines der sieben wesentlichen korsischen
Weinanbaugebieten. Die Gelegenheit wollten wir nutzen und eine Weinprobe machen.
Bisher hatte uns der korsische Wein sehr gut geschmeckt und deshalb hatten
wir die Idee einige Kartons zu kaufen. Nun hat der Seven ja leider für
Fracht keinen Platz. Man müsset es halt schicken lassen. |
|
|
|
|
|
Aus diesem Grund suchten wir uns in Patrimonio
einen größeren Winzerbetrieb aus und ich fragte vor der Probe nach
den Möglichkeiten der Versendung. Eine charmante Madame bewunderte zuerst
den Seven, dann die Antwort <pas de probleme>. |
|
|
| Groß
war die Auswahl der Weine nicht, ein Weißer, ein Rosée, ein 97er
und ein 98er Roter. Was soll's, der 98er mundete ausgezeichnet, der Preis inklusive
Versand sollte etwa 50 Franc/Flasche sein und so bestellten wir 24 Flaschen.
Bezahlung mit Visa-Card auch ok. Gerade als Madame die Rechnung ausstellte kam
ein Herr, es war der Patron. Sie fragte ihn zu einem Detail der Abwicklung,
da winkte er auch schon ab. <no, no> kein Versand nach Deutschland,
zu viele Probleme. |
|
|
|
|
Nach
Frankreich, Belgien ja das schon, sogar in die USA, doch nicht nach Deutschland.
Kaum zu glauben, wie war das mit der EU??? |
|
|
|
Ok,
also kein Wein nach Deutschland, nur 2 Flaschen zum alsbaldigen Verzehr fürs
Picknick. Etwas betrübt und erstaunt zogen wir ab. Unterwegs, ich konnte
es nicht glauben, hielt ich nochmals bei einem anderen Winzer an. Ich sagte
mein Sprüchlein auf, diesmal dem Patron selbst. Der schlug die Hände
über dem Kopf zusammen <tres difficile>. Kein Versand nach
Deutschland. Doch was tat er? Ein Griff ins Regal, vorher die Frage <blanc
ou rouge> und er streckte mir den entsprechende Flasche entgegen. Ein
erstaunter Blick von mir, ja, ja, schon ok, ein Geschenk des Hauses. Sind sie
nicht nett, die korsischen Winzer? |
|
|
|
Den Abend verbrachten wir wieder am Strand und genossen
unseren Wein aus Patrimonio. |
|
|
|
|
Nonza
wurde noch mal wie geplant besucht, aber die üblichen zwei Busse standen
auch schon wieder da, mehr haben gar nicht Platz in dem kleinen Dorf mit Genuesenturm
und Kirche. Kaum ist einer weg, kommt schon der nächste. Irgendwie sprechen
sich die Busfahrer wohl ab. Mit Handy auch kein Problem. |
|
|
|
Was
aber erregt in Nonza mehr Aufmerksamkeit als Turm und Kirche zusammen?
Richtig, der Seven. Tatsache, ein Bus kommt, hält ziemlich nah am Seven.
Dessen Insassen, lauter Rentner beim Ausflug, steigen aus, zücken den Fotoapparat
und wo gehen sie hin? Weit gefehlt, nicht die Kirche ist das Ziel, der Seven
wird anvisiert. Oma vor dem Seven, schnell ein Foto, jemand ist dabei, der kennt
sich aus und erklärt den anderen, was das für ein Auto ist. Ich sitze
inzwischen etwas abseits und beobachte amüsiert das Schauspiel. Ich geb's
ja zu, stolz bin ich auch. |
|
|
|
Erbalunga wurde auch noch mal angesteuert, doch
war dieser kleine malerische Ort für uns nicht so sehr geeignet, weil
autofrei, und auf der Hauptstraße wollte wir das gute Stück nicht
alleine zurücklassen. Es wurde nur ein kurzer Fototermin für Heidi. |
|
|
|
Am
Abend genossen wir wieder eine Flasche unseres Patrimonio-Weines, diesmal
den geschenkten und in Gesellschaft eines Münchner Ehepaares. Es wurden
Reiseerfahrungen ausgetauscht und geratscht. |
|
|
|
|
|
In
der Nacht brach ein orkanartiger Sturm los, doch alle Heringe hielten und Heidi
hat sich umsonst gefürchtet. Der letzte Umzug stand bevor. Nach Bastia
zum <San Damiano> sollte es gehen. |
|
|
|
Nur
über den Berg auf die andere Seite der Insel brauchten wir zu fahren. Abbau,
Packen und Aufbau verschlangen mehr Zeit als die Fahrt. Ich glaube, es waren
nur 30 Kilometer. Wir belegten wieder genau den gleichen Stellplatz wie beim
Urlaubs- beginn. Noch drei Tage, dann würden wir Korsika den Rücken
kehren. Noch war es nicht soweit und wir wollten die letzten Tage bis zur Neige
genießen. |
|
|
|
|
Zuerst mal wurde Wäsche gewaschen. Die Gelegenheit
war günstig, Waschmaschine am Platz. |
|
|
|
Dann suchten wir den Gemüseladen auf, den wir bereits
kannten und deckten uns ein. Schon mal korsische Erdbeeren gegessen? Wir auch
nicht, sind aber sehr zu empfehlen. Ein bisher nur in England erlebtes Aroma,
richtig erdbärig"!!! |
|
|
|
Zum
Frühstückskaffee besuchten wir wieder die Bar bei <La Canonica>.
Madame erkannte uns sofort wieder, oder war es der Seven? Wir erfuhren, daß
am nächsten Tag ein <foire de La Canonica> sein würde,
ein Volksfest eben, und daß sie einen Stand mit Getränken betreibt.
Würden wir halt den Kaffee auf dem Rummel einnehmen. |
|
|
|
Heute
wollten wir das kleine Dorf Vescovato nochmals anfahren, dessen Dorfplatz
uns in schöner Erinnerung geblieben war. Dort wollten wir ein bißchen
verweilen. Auch hier erkannte man uns sofort wieder, ja, ja der Seven! |
|
|
|
Weiter
ging's nach Morosaglia, dem Geburtsort von Pasquale Paoli, dem
großen korsischen Freiheitskämpfer und Staatsmann. Für Korsika
sicher von größerer Bedeutung als Napoleon Bonaparte. |
|
|
|
In
Richtung Cervione fuhren wir nochmals quer durch die Castaniccia,
und wieder begegneten uns verwilderte Schweine, Ziegen und freilaufende Rinder.
Ein Esel kreuzte unseren Weg und ist jetzt mehrfach verewigt auf Heidis Fotos.
Er war ja auch sehr fotogen und zutraulich obendrein. |
|
|
|
Einer von Heidis Fotoapparaten war es wohl leid, dauernd
benutzt zu werden, er begann nämlich immer öfter zu streiken. Das
ist nichts, was des Fotografen Herz erfreut, nun es war ja schon Urlaubsende
und der andere <Knippsi> war noch willig. |
|
|
|
Unterwegs
suchten wir nach einem Lokal, in dem wir <Figatelli> bekommen
konnten. Diese Bratwürste sind eine korsische Spezialität und
Heidi hatte es sich in den Kopf gesetzt, heute welche zu essen. Es wurde
nichts daraus. Vielleicht morgen auf dem Volksfest. Das ganz kurzfristig
in Erwägung gezogene traditionelle korsische Musikfest in Bastia
ließen wir dann doch sausen. |
|
|
|
Der
vorletzte Tag auf Korsika begann mit dem Besuch des Volksfestes von La Canonica,
es war Sonntag. Madame war erfreut uns begrüßen zu können, wir
bestellten Kaffee und einen leichten Weißen. |
|
|
|
Anschließend
schlenderten wir über den Platz, um die angebotenen Waren und Spezialitäten
zu sehen. Es war recht interessant, aber eine gewisse Ähnlichkeit mit unseren
Märkten war schon gegeben. Ein Würstchenstand war auch da, zwar gab
es keine <Figatellis>, sondern <Merguez>. Eine andere
korsische Wurst, sehr speziell. Das war dann was für den Abend. Zuerst
wollten wir in Richtung Aleria fahren, um uns dort etwas umzusehen. |
|
|
|
Vorher blieb ich aber noch an einem Weinstand hängen".
Wieder fragte ich nach den Versandmöglichkeiten und traute meinen Ohren
nicht. Kein Problem, auch nach Deutschland wollten sie es versuchen. Ob das
gutgeht? |
|
|
|
Also
Weinprobe gemacht, es war korsischer Wein aus einer anderen Gegend, aber auch
sehr gut. Wir wurden uns bald einig. Fünf Kartons wollte ich kaufen. Bezahlung
sofort, Fracht bei Lieferung extra. Nun gut, die Mademoiselles setzten einen
Kontrakt auf den sie mir unterschrieben aushändigten, mit Angabe von Adressen
und Telefon- Nummern. Wir vereinbarten, daß sie mir per Scheck das Geld
wieder zurückschicken würden, falls es Probleme mit der Lieferung
gäbe. Wo nur der Wein bleibt, ich denke ich muß jetzt bald mal anrufen?! |
|
|
|
In Aleria verbrachten wir den Nachmittag am Strand,
leisteten uns ein Fischmenue und genossen die letzten Stunden auf Korsika.
Schade, daß der Urlaub, je schöner er ist, um so schneller auch
vergeht. |
|
|
|
Am
Abend stand der Festbesuch mit Würstchen auf dem Programm. Ganz schön
scharf diese <Merguez>, haben aber gut geschmeckt. |
|
|
|
Das
Frühstück wandelten wir an unserem Abreisetag etwas ab. Wir fuhren
zu einer kleinen Konditorei mit ein paar Tischen vor der Tür, die uns am
Vortag im Vorbei- fahren aufgefallen war. Es gab Erdbeertörtchen, Kaffee
und Tee. |
|
|
|
Sehr
zeitig sind wir dann nach Bastia zum Fährhafen aufgebrochen.
Dort haben wir uns in Ruhe umgesehen und zwei Fähren beim Aus- und
Einfahren beobachtet. Es dauerte nicht zu lange und pünktlich kam die
<Happy Dolphin> an. Zu unserer Verwunderung legte sie aber
an einem anderen Kai an als es die Beschilderung eigentlich aussagte. Kein
Problem, es war Zeit genug, drehten wir halt eine Ehrenhafenrunde zum richtigen
Anleger. Was sag ich, wir wurden sofort wieder erkannt und freundlichst
begrüßt, der Seven-Bonus halt. |
|
|
|
Ohne
Probleme gelang die Zufahrt über die Rampe und der Seven stand wieder auf
seinem vertrauten Plätzchen. Außer uns wollten nicht sehr viele mitfahren.
Ist wohl noch nicht so bekannt die <Happy Line>, mit <Corsica
Ferries> fahren viel, viel mehr. |
|
|
|
Als
erstes klärten wir gleich die Frage, ob es möglich sein würde,
wieder auf der Fähre zu übernachten. Es wäre einfach praktischer
für uns hier zu schlafen, als abends um halb acht in La Spezia noch
eine Pension oder einen Campingplatz zu suchen. Alles kein Problem, wir bekamen
fast die gleiche Kabine wie auf der Hinfahrt. Diese <Happy Lines>
kann man wirklich nur empfehlen. |
|
|
|
Es
wurde wieder eine angenehme Überfahrt. Langsam, aber sicher verschwand
Korsika am Horizont. Fast drei Stunden dauerte es aber doch, bis man wirklich
nichts mehr sah, es wurde uns wehmütig ums Herz nach dem wunderbaren Aufenthalt
dort |
|
|
|
Um
18 Uhr hatte dann das Bordrestaurant geöffnet und wir ließen
uns so richtig verwöhnen. Parmaschinken mit Melone, Oktopus-Salat und
anschließend Lasagne. Dazu eine Flasche Wein, wir lebten nicht schlecht.
Inzwischen war die <Happy Dolphin> in den Hafen von La Spezia
eingefahren, doch für uns war das ja ohne Bedeutung, wir mussten erst
am nächsten Morgen um halb acht von Bord. |
|
|
|
Am
Abend saßen wir noch auf dem Achterdeck und genossen den nächtlichen
Anblick von La Spezia. Ein Riesenschiff, wir die einzigen Gäste,
jede Menge Personal, wir kamen uns vor die Queen auf ihrer Privatyacht. |
|
|
|
Morgens um sieben Uhr hatten wir dann sogar noch die
Gelegenheit, in der Schiffsbar ein Frühstück einzunehmen. Ein
Service, wirklich Klasse. |
|
|
|
Pünktlich
verließen wir das Schiff und fuhren Richtung Südtirol. 460 Kilometer
lagen vor uns, alles Landstraße, über den Apennin, die Poebene
durchqueren, den Gardasee entlang, diesmal am Westufer, über Triest
nach Lana. Auf uns warteten unsere Freunde und das Zimmer in der Pension
Sonnleit. Die Schönheiten der Fahrt über den Apennin habe ich
ja schon bei der Hinfahrt in den höchsten Tönen gelobt. |
|
|
|
|
|
Pause am Gardasee an einem lauschigen Plätzchen
mit gemütlichem Lokal direkt am See. Ja, das gibt's auch am Gardasee
noch, obwohl dort alles fest in deutscher Hand zu sein scheint. |
|
|
|
Um
18 Uhr erreichten wir unser Ziel in Lana bzw. Völlan.
Von unseren Freunden wurden wir freudig begrüßt. Sie hatten für
uns schon einen Tisch in der Buschenschenke <Pfefferlechner>
reserviert, wo noch weitere Freunde dazukommen würden. Es wurde ein
urgemütlicher Abend, an dem viel erzählt und gelacht wurde. |
|
|
|
Falls
mal jemand nach Lana fährt, unbedingt den <Pefferlechner>
besuchen. Das könnte auch ein schöner Kurztrip mit dem Seven werden. |
|
|
|
|
Nach
einem herzhaften Südtiroler Frühstück in der Pension Sonnleit
nahmen wir die letzte Etappe in Angriff. Wieder ging es nur auf Landstraßen
in Richtung Heimat. Der Jaufen wurde überquert, wo ist nur der ganze
Schnee geblieben? Weiter über den Brenner, Innsbruck, Mittenwald, Kochel.
|
|
|
Dort
wurden wir von der Wirklichkeit des Lebens eingeholt. Nicht allzuweit von zu
Hause, die ersten Umleitungen wegen der Hochwasserkatastrophe. Auf Korsika hatten
wir wie auf einer anderen Welt gelebt und blieben von allen schlimmen Nachrichten
aus der Heimat verschont. Gut, uns selbst hat es zum Glück nicht betroffen,
aber irgendwie trifft es einen doch. |
|
|
|
Eine letzte Rast noch im Lieblings-Biergarten in ............
(verrate ich nicht!), dann waren wir gegen halb sieben daheim!!! |
|
|
|
Fazit: Suuuuuper war's!!!!!
Mit dem Seven allerdings mit Vorsicht zu genießen,
weil die Straßen manchmal gehörige Überraschungen parat
haben. |
|
|
|
Fotoausrüstung: Nikon TW-ZOOM, Nikon
Nuvis mini i APS, Kodak Color Gold 200
Gefahrene Kilometer: 4253, Spritverbrauch
317,5 Liter
Literatur und Kartenmaterial: Michelin Straßenkarte
Nr.90 Corse
Baedeker Korsika, Michelin Grüner Führer Corse,
Nelles Guide Korsika
Microsoft Routenplaner 2000
Planung 2000: Sizilien mit dem Seven
Was sonst noch? Am 1.10.99 kommt die Gruppe
I Muvrini" nach München |
|
|
|
|
|
|
|
|
   |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |